Franz Dinda (*1983) beschäftigt sich seit 2019 mit Leben und Werk des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938). Ausgehend von einer eigenen Sammlungstätigkeit entwickelte er parallel zu seiner Arbeit als Schauspieler einen Forschungsschwerpunkt zur Biografie, zum Werk und zur Quellenlage des Künstlers. Seine interdisziplinäre Herangehensweise verbindet kunsthistorische, literarische und zeitgeschichtliche Fragestellungen.

Im Zentrum seiner Arbeit stehen die Auswertung bislang wenig beachteter Quellen, die Überprüfung überlieferter Forschungsergebnisse sowie die Rekonstruktion historischer Zusammenhänge. Zu seinen Beiträgen zählen die Identifizierung und Erschließung bislang unbekannter Dokumente, die Rekonstruktion des umfangreichsten Skizzenbuchs Kirchners sowie die Bearbeitung des Bibliotheksbestands des Künstlers. Seine Recherchen haben zur Erweiterung des verfügbaren Quellenmaterials und zu neuen Perspektiven auf Kirchners Lebens- und Werkzusammenhang beigetragen.

Dinda zählt zu den wenigen jüngeren Forschern, die heute an die großen Forschungstraditionen der Kirchner-Rezeption anknüpfen. Seine Arbeit verbindet die Akribie klassischer Quellenforschung mit den Möglichkeiten zeitgemäßer Recherche und öffentlicher Wissensvermittlung. Damit steht er zugleich für die Bewahrung und die Weiterentwicklung einer Forschungstradition, die über Jahrzehnte von Persönlichkeiten wie Eberhard W. Kornfeld (1923–2023) und Karlheinz Gabler (1920–1985) geprägt wurde. 2026 wurde er als jüngstes Mitglied in das Kuratorium des KirchnerHAUS Aschaffenburg e. V. berufen.

Kontakt: fd[at]dergrossekirchner.de